Beeindruckende Festungsanlage im Oberrheintal

Hochburg bei Emmendingen

Protestantischer Herrscher und Heerführer

Georg Friedrich

von Baden-Durlach

Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach (1573–1638) blieb im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern dem lutherischen Glauben treu und kämpfte sogar als protestantischer Heerführer im Dreißigjährigen Krieg. Er baute die Hochburg in Emmendingen zur Festung aus.

Ansicht auf zwei Türme der Gedeckten Brücken (Ponts couverts) in Straßburg, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung am Eintritt der Ill in das Stadtzentrum, im Hintergrund der Münsterturm; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Er war ein gelehrter Herrscher und hatte in Straßburg studiert.

Wie war seine Ausbildung?

Georg Friedrich war der dritte Sohn des Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach und seiner Frau Anna von Veldenz. Er studierte in Straßburg, lernte Latein, Italienisch und Französisch und reiste nach Besançon, Dôle, Basel und Siena. Zudem war er tief gläubig und hat seine Bibel im Laufe seines Lebens 58-mal vollständig durchgelesen. Er hielt an seinem lutherischen Glauben fest, während seine Brüder zum Katholizismus bzw. Calvinismus konvertierten.

Wappen des Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Herrschaft in Baden-Durlach wurde zunächst geteilt.

Wie herrschte Georg Friedrich?

Nachdem Tod des Vaters wurde die Herrschaft unter den drei Söhnen aufgeteilt und zunächst unter Vormundschaft regiert. Georg Friedrich erhielt das baden-durlachische Oberland, allerdings durfte er erst 1595 die Regierung antreten. Hier schuf er die Grundlagen einer geordneten Verwaltung und erließ ein detailliertes Landrecht, das bis 1809 Gültigkeit hatte. In Sulzburg, wo er 1599 bis 1604 residierte, gründete er ein Gymnasium zur Ausbildung lutherischer Pfarrer. Nach dem Tod seiner beiden Brüder konnte er die Herrschaft wieder vereinen.

Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach, Lithografie um 1820; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Im Krieg hatte Georg Friedrich kein Glück.

Welchen Erfolg hatte Georg Friedrich als Soldat?

Als überzeugter Protestant ergriff Georg Friedrich im Dreißigjährigen Krieg gegen den Kaiser Partei und stellte sich 1622 bei Wimpfen mit mehr als 10.000 Mann den kaiserlichen Truppen entgegen. Er unterlag gegen den Grafen Tilly, den Feldherrn der katholischen Liga, musste verwundet fliehen und übergab die Herrschaft an seinen Sohn Friedrich. Auch als Feldherr in Diensten des dänischen Königs blieb er glücklos. Für seine Söhne schrieb er ein militärtheoretisches Werk. 

Nutzte Georg Friedrich die Hochburg?

Nach dem Tod seiner beiden Brüder gelangte Georg Friedrich in ihren Besitz. Von 1599 bis 1614 ließ er die Hochburg für 28.046 Gulden ausbauen: nach den modernsten Erkenntnissen der Festungsbaukunst. Pläne dazu stammten vom Straßburger Stadtbaumeister Johann Schoch, ausgeführt wurden sie vom Festungsbaumeister Johann Buwinghausen. Trotzdem wurde die Hochburg 1636 von kaiserlichen Truppen belagert, eingenommen, geplündert und zerstört.

Obwohl der Markgraf mit höchster Festungsbaukunst ausbauen ließ, konnten kaiserliche Truppen die Hochburg einnehmen und zerstören.

TIPP

Spannende Themen rund um Reformation und Gegenreformation bietet das neue Portal „Über Kreuz“: Welchen Einfluss Religion auf das tägliche Leben hatte und wie der neue Glaube Bildung und Wissenschaft veränderte, werden ebenso beleuchtet wie die frühneuzeitliche Küche mit Rezepten zum Nachkochen. Tauchen Sie ein in das Zeitalter von Martin Luther und entdecken Sie faszinierende Menschen und Geschichten!

Über Kreuz

Mehr erfahren

Persönlichkeiten
Epochen & Ereignisse

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.